Fortbildungen im europäischen Ausland


Inhaltsverzeichnis


Erasmusbesuch in Oulu, Finnland

Unser Aufenthalt für das Erasmus-Kursprogramm in Oulu

Vom 25.11. bis zum 02.12.17 nahmen Christina Woelke und Ulrike Westerbarkey für die Irisschule an einem Kursprogramm über das finnische Schulsystem in Oulu, Finnland teil.

Ankunft in Oulu

Neben einem umfangreichen täglichen offiziellen Bildungsprogramm, gab es zusätzlich ein sehr abwechslungsreiches Rahmenprogramm von der Organisation. Darüber hinaus konnte die Reise privat etwas ausgedehnt werden, um Land und Leute noch besser kennenlernen zu können.

Am Samstag kamen wir abends in Oulu, der nördlichsten Großstadt der europäischen Union, an.

Oulu liegt 600 km nördlich von Helsinki und direkt an der Ostseeküste, sodass unsere Hoffnung auf Schnee sich erfüllte und auch die Ostsee teilweise zugefroren war. Die Sonne, die zu dieser Jahreszeit ohnehin kaum aufgeht, bekamen wir deshalb auch an allen Tagen nicht zu sehen, jedoch war der hellgraue Himmel in den wenigen Tagesstunden auch lichtbringend. Es wurde gegen 9.30 h richtig hellgrau und um 14.30 h begann die lange Dämmerungsphase bis ca. 16.15 h. Dank Schnee und wunderschöner Weihnachtsbeleuchtung waren die Nächte jedoch auch nicht wirklich dunkel. Leider konnten wir die heiß ersehnten grünen Nordlichter nicht erblicken, dafür waren die nächtlichen Stimmungsbilder mindestens genauso ergreifend und entschädigend.

Täglich hörten wir Vorträge über das finnische Schulsystem, seine Geschichte, seine Weiterentwicklung bis zum heutigen Stand und über die Umsetzung des aktuellen Curriculums. Parallel dazu besuchten wir immer 1-2 unterschiedliche Schulen von der Vor- über die Primar- und Sekundarschule sowie Schulen für Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf. Vor Ort erhielten wir jeweils wieder eine Einführung über den Unterricht und die Begleitung der Lernenden in der jeweiligen Schule. Anschließend gab es Rundgänge durch die Schulen. Von vielen waren wir sehr beeindruckt und begeistert. Finnland ist ein nicht besonders reiches Land, aber es investiert sehr viel Geld in die Bildung seiner Kinder, da sie die Zukunft des Landes sind. In dem finnischen Schulsystem wird nicht nur Wert auf die allgemeine Bildung gelegt, sondern es werden besonders die Fähigkeiten der einzelnen Schülerinnen und Schüler wie in Sprachen oder Naturwissenschaften gefördert. Die neuen Schulen sollen nicht nur Bildung vermitteln, sondern das gemeinschaftliche Leben der Familien fördern. Deshalb sind die Schulen auch Begegnungszentren, in denen sich Vereine treffen können und auch sonstige Versammlungen stattfinden. Die Schulen werden in ein „Niemandsland“ in der Nähe der Städte gebaut und mit der Zeit bilden sich durch den Zuzug von Familien ganze Orte. Die Infrastruktur zieht also nach.

Schülerinnen und Schüler, die wir getroffen haben, sprachen schon in der Primarschule gutes Englisch und es kam der Stolz über das eigene Bildungssystem bei Achtklässlern deutlich hervor. Die meisten gehen gerne in die Schule, aber auch in diesem Land gibt es natürlich einige wenige, die durch das Raster fallen, trotz stärkster Bemühungen.

Leckere finnische Speisen

Nach einer abendlichen Reflektionsrunde ging es nach einem kurzen Hotelaufenthalt zum Abendrahmenprogramm über. Wir wurden durch die Stadt geführt und konnten kulturelle Einrichtungen besichtigen.

Darüber hinaus besuchten wir typische finnische Restaurants mit leckeren Speisen.

Überraschungsbesuch des falschen Nikolaus in Oulu

Am letzten Abend besuchte uns sogar ein schmaler Nikolaus, der wohl während des Sommers von seiner Frau auf Diät gesetzt wurde.  Da wir jedoch nicht glaubten, dass dies der wirkliche Weihnachtsmann war, machten wir uns an unserem letzten Tag nach einer sehr herzlichen Verabschiedung von den anderen Kurteilnehmerinnen und Kursteilnehmern.

Erhalt des Teilnahmezertifikats

Nach dem Erhalt des Teilnahmezertifikats, auf den Weg nach Rovaniemi, um noch den echten Weihnachtsmann aufzusuchen. Dort oben am Polarkreis erwartete uns noch mehr Schnee, sodass Rudolph auch wirklich bald ordentlich den Schlitten ziehen kann, so wie es sich gehört .

Tief von der Schönheit der finnischen Landschaft und von der Freundlichkeit der dort lebenden Menschen beeindruckt, sowie mit neuen Ideen für unseren Unterricht und unser Schulsystem, flogen wir dann am Samstag, den 02.12.17 am späten Nachmittag mit Verzögerung nach Düsseldorf zurück.

Weitere Bilder über unseren Aufenthalt können in der Bildergalerie angeschaut werden.


Antrag genehmigt

Mit ERASMUS zu Fortbildungen ins europäische Ausland – Pädagogischer Austauschdienst genehmigt Antrag der Schule

Neben dem Wandel der Irisschule als Institution, hat sich vor allem der persönliche Berufsalltag der Kolleginnen und Kollegen in den letzten Jahren verändert. Dies brachte neue Herausforderungen für alle Lehrkräfte in den Bereichen Frühförderung, Gemeinsames Lernen und Unterricht am Schulstandort in Münster mit sich. Um die Entwicklung auch weiterhin aktiv mitgestalten zu können, ist eine ständige Auseinandersetzung mit inhaltlichen Überlegungen und neuen Organisationsformen nötig, aber auch der spezifische Blick auf eine veränderte Berufsrolle verbunden mit einer gelingenden Gesundheitsvorsorge. In den Focus kommen dabei vor allem Einrichtungen und Institutionen in Ländern, die im Bereich der Inklusion und der Sehgeschädigtenpädagogik als wegweisend gelten und über eine größere Erfahrung verfügen. Das ist der vielzitierte Blick über den Tellerrand hinaus.

Eine gute Chance diese Einrichtungen kennenzulernen, bietet das Fortbildungsprogramm „ERASMUS+ Schule in Europa gestalten“ der Kultusministerkonferenz von Deutschland. Dazu hat das Kollegium am Anfang des Jahres einen umfangreichen Antrag gestellt und den Fortbildungsbedarf sowie die Ziele für ein entsprechendes Austauschprojekt formuliert:

  • Auseinandersetzung mit der veränderten Berufsrolle von Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen
  • Kennenlernen von Best-Practice-Beispielen, institutionellen Rahmenbedingungen und Peer-Group-Angeboten in inklusionserfahrenen Ländern
  • Sammlung von Einblicken in organisatorische und institutionelle Modelle von inklusiv arbeitenden Schulen sowie
  • der Austausch über neue Lehr- und Lernmethoden für sehgeschädigte Kinder insbesondere über das sogenannte Spezifische Curriculum.

Dieser Antrag wurde nun durch den Pädagogischen Austauschdienst der Kultusministerkonferenz genehmigt. In der Begründung heißt es dazu u.a.: „Der Antrag zeigt eine sorgfältige Analyse des Fortbildungsbedarfs, die durch die spezielle Anforderung an eine Förderschule entsteht, die nicht nur sehbehinderte und blinde Kinder unterrichtet, sondern auch Regelschulen in der inklusiven Beschulung begleitet und in landes- und bundesweiten Arbeitskreisen curriculare und methodische Pionierarbeit leistet. … Überzeugend wirkt die Berücksichtigung der Lehrergesundheit, wenn es um eine Erhöhung der Professionalität der Lehrkräfte geht. … Die Wirksamkeit des Projekts ist als hoch einzustufen.“

Damit ist es dem Kollegium der Irisschule gelungen, in den beteiligten Projektländern Finnland, Schweden, Dänemark, Großbritannien, Niederlande und Österreich den fachlichen Austausch mit den dortigen Lehrkräften zu suchen, neue zukunftsweisende Ideen für die Schulentwicklung zu bekommen und auch die Erweiterung von persönlichen Berufserfahrungen zu berücksichtigen. Ein Nutzen wird auch darin liegen, dass wir durch unsere vorbildliche Arbeit in einem umfangreichen Netzwerk, diese Ideen auch an dieser Stelle einbringen und gemeinsam weiterentwickeln können.

Die Projektphase beginnt am 01. September 2017 und endet im Februar 2019. In dieser Zeit werden wir regelmäßig über die Planungen der nächsten Schritte und selbstverständlich auch über die ersten Ergebnisse unserer Maßnahmen berichten.

Alles in allem aber schon jetzt ein großer Erfolg für die Schule!

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