Fortbildungen im europäischen Ausland


Inhaltsverzeichnis


Erasmusbesuch in Schweden

Mit Erasmus in Örebro

Hejhej och God dag!

So viel vorweg: Auch in Schweden werden Kinder und Jugendliche mit einer Sehbeeinträchtigung sonderpädagogisch gefördert und unterstützt – aber so ganz anders organisiert als hier bei uns in Deutschland!

Zuständig in Schweden ist eine besondere Abteilung des staatlichen Bildungs- und Forschungsministeriums, genannt „Specialpedagogiska skolmyndigheten“, kurz SPSM. Ins Deutsche übertragen würden wir von der „Nationalen Agentur für die sonderpädagogische Bildung und für Förderschulen“ sprechen, die neben der Verantwortung für die grundsätzliche sonderpädagogische Bildungs- und Erziehungsarbeit sogenannte Ressourcenzentren für einzelne Förderschwerpunkte und auch Förderschulen unterhält.

Während unseres einwöchigen Aufenthalts durften wir das „SPSM-Ressourcenzentrum Sehen“ mit seinen beiden Abteilungen in Stockholm und Örebro (ausgesprochen Örebru) sowie die „Ekeskolan“, die einzige Förderschule für sehgeschädigte Schülerinnen und Schüler in ganz Schweden, in Örebro besuchen. Spännande och imponerande!

Hier wird schon deutlich: Nur ein Ressourcenzentrum ist organisatorisch für das flächenmäßig sehr große Land Schweden zuständig, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Sonderpädagog/innen) können somit nur rein beratende und unterstützende Aufgaben übernehmen und der Besuch einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Sehen ist nur in einem einzigen Ort und damit begrenzt mit einer Internatsunterbringung möglich. Umgekehrt liegt die Hauptverantwortung für die Unterrichtung und Erziehung aller Kinder bei den Regelschullehrerinnen und -lehrern vor Ort, die sich dafür vielfältige Unterstützung zum Beispiel von fachlich gut ausgebildeten „Sonderlehrerinnen und Sonderlehrern“, Schulpsychologen, Krankenschwestern und örtlichen Einrichtungen wie Therapeutischen Praxen und Kliniken einholen können.

Insbesondere in Bezug auf eine der Ausgangsproblematiken unseres Projekts, nämlich die Auseinandersetzung mit der veränderten Berufsrolle von Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen in inklusiven Bildungssystemen lässt sich damit festhalten, dass zumindest in Schweden eine deutliche Klarheit über die differenzierten Rollen von Regelschullehrkräften und „Specialpaedagoger“ sowie die alternativlose Notwendigkeit einer guten Zusammenarbeit in größeren Netzwerken besteht. Diese gründet sich auf einer grundsätzlich inklusiven Haltung und Einstellung – in Schweden werden seit über 30 Jahren Kinder mit Behinderungen inklusiv beschult sowie der unbedingten Einhaltung und des Schutzes der Kinderrechte, die in Schweden eine ganz besondere Bedeutung genießen. In den sogenannten „General Guidelines“ sind diese Grundlagen für alle verbindlich festgehalten und in den zahlreichen Gesprächen mit den schwedischen Kolleginnen und Kollegen konnten wir uns in beeindruckender Weise davon überzeugen, dass diese wirklich gelebt werden. Mit unserer „Kooperationsvereinbarung“ mit den Regelschulen sind wir da vermutlich erst am Anfang des Weges …

Besondere Eindrücke konnten wir darüber hinaus bei unseren Rundgängen durch die verschiedenen Einrichtungen gewinnen. Insbesondere die Sensibilisierung für eine individualisierte Lernumgebungsgestaltung, die Bildung zugänglich, Wissen und Erfahrungen möglich machen sollen, war sehr beeindruckend für uns. Ob Fach-und Arbeitsräume, technische Hilfsmittel, Unterrichts- und Anschauungsmaterialien – irgendwie schien für Alles alles da zu sein. Einzelne Experten können sich darum kümmern, dass es so bleibt und mit kreativen Ideen ihr Arbeitsfeld beständig weiterentwickeln. Da konnten wir schon neidisch werden …

Auch Gemeinsamkeiten konnten wir feststellen: So sind die Informations- und Fortbildungsangebote des Ressourcenzentrums für schulische und außerschulische Fachkräfte, die Beratungsangebote für Eltern sowie die Peergroup-Angebote für die Schülerinnen und Schüler (z.T. zusammen mit ihren Eltern) unseren Angeboten nicht unähnlich.

Geschafft von einer so ganz anderen Arbeitswoche, voller Vorfreude unsere Erfahrungen und Erlebnisse mit unseren Kolleginnen und Kollegen teilen zu wollen, aber auch mit Dankbarkeit für die uns zu Teil gewordenen Möglichkeiten traten wir schließlich den Heimflug von Stockholm nach Düsseldorf an. Der Aufenthalt in Schweden wird uns persönlich aber auch beruflich noch eine lange Zeit begleiten.

Marko Hildmann, Céline Schröder und Judith Cederhag (Mitarbeiterin des SPSM)

Auch ein Wiedersehen mit unseren schwedischen Kolleginnen und Kollegen ist zumindest angedacht. Sie würden gerne die passgenaue, wohnortnahe, regelmäßige und kompetente Förderung unserer sehgeschädigten Schülerinnen und Schüler und unsere institutionellen Rahmenbedingungen kennenlernen. Diese gibt es in dieser Form in Schweden nämlich nicht. Auch eine Erkenntnis …

(von Céline Schröder und Marko Hildmann)

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Erasmusbesuch in Jyväskulä

Besuch des Valteri-Onerva Zentrums in Jyväskulä

Jyväskula ist eine Stadt mit ca. 141.000 Einwohnerinnen und Einwohnern und liegt im Südwesten Finnlands, nördlich von Helsinki und nord-östlich von der Stadt Tampere. Stadt und Umland sind für den Wintersport sehr bekannt und der wohl berühmteste Einwohner war der Designer Alvar Aalto, der zusammen mit seiner Frau Aino die berühmte „Savoy-Vase“ und viele weitere Designer-Möbelstücke entworfen hat. Es ist eine beschauliche Stadt, die auch viel Kulturelles zu bieten hat und neben der finnischen Küche auch Restaurants aus aller Welt beherbergt. Der Jyväsjärvi See war zugefroren, sodass man auf ihm Schlittschuhlaufen oder mit normalem Winterschuhwerk laufen konnte.

Valteri-Zentrum von außen

Valteri

Deswegen waren wir jedoch nicht gekommen, sondern um uns das „Valteri Zentrum“ anzuschauen und dort in den Austausch mit Kolleginnen (es waren tatsächlich nur Kolleginnen vor Ort) über unsere Arbeit zu kommen.

Das „Valteri“ ist das „nationale Zentrum für Lernen und Beratung“.

Hier werden Lernende, die Beeinträchtigungen in den Bereichen Autismus Spektrum, Neuropsychologie, Sprache und Kommunikation, Hören und Sehen, Mobilität, motorische Störungen, neurologische sowie chronische Krankheiten und verschiedene Mehrfachbeeinträchtigungen haben. Insgesamt gibt es sechs Valteri Zentren. Alle Zentren sind in unterschiedlichen Gebieten Finnlands situiert und alle werde vom Nationalen Amt für Bildung und Erziehung geleitet. Jedes Zentrum hat einen unterschiedlichen Fachschwerpunkt.

Valteri-Onerva

In Jyväskulä ist das Zentrum speziell für Kinder und Jugendliche mit Hör- und Sehbeeinträchtigungen. Es ist ein Zentrum für Lernende, die zusätzliche Unterstützung beim Lernen und Begleitung in der Schule auf vielfältige Art und Weise benötigen. Nur wenige Schülerinnen und Schüler leben und lernen in der Einrichtung über das ganze Jahr zusammen. Die meisten Lernenden kommen ein- bis zweimal im Jahr für eine Woche in die Institution, um hier gemeinsam mit gleichaltrigen und ähnlich beeinträchtigten Peers in kleinen Klassen zu lernen, Freizeit zu verbringen und gleichzeitig beraten zu werden. Die Kinder freuen sich jedes Mal auf ihren Aufenthalt, da sie alte Freunde wiedertreffen und sich unter „gleichgesinnten“ austauschen und mit ihnen Zeit verbringen können. Auch Eltern, Lehrer und Schulbegleiter können zur Beratung in die Einrichtung kommen.

Während ihres Aufenthaltes wird von unterschiedlichen Experten wie Physiotherapeuten, Sport- und Fachlehrenden, Medienexperten, Orientierungs- und Mobilitätstrainerinnen aber auch Schulbuch- und Sachmittelherstellerinnen sowie Ophtalmologen geschaut, wie die Schülerinnen und Schüler in der nächsten Zeit beim Lernen in ihrer Heimatschule am Wohnort am besten unterstützt werden können und welche Hilfsmittel sie dafür benötigen. Viele Experten schauen dabei gemeinsam und abwechselnd auf ein Kind während unterschiedlicher Unterrichts- und Tagesphasen, um den Ist-Stand zu dokumentieren und die entsprechende Unterstützung für den weiteren Weg des Lernenden aufzuzeigen. Die Selbstständigkeit, die Lebenspraktischen Fähigkeiten, sportliche Aktivitäten, Orientierung und Mobilität und noch weitere Bereiche werden besonders in dieser Woche gefördert sowie die Gemeinschaft in der Gruppe und das Sozialverhalten. Dabei entsteht ein individueller Förderplan, der im Anschluss mit nach Hause gegeben wird.

Mit der schriftlich festgehaltenen Beobachtung und Empfehlung gehen dann die Schülerinnen und Schüler in ihre Heimatschulen zurück und Eltern, Lehrkräfte, Schulbegleiter und Therapeutinnen und Therapeuten vor Ort setzen den Förderplan am Wohnort um. Die sonderpädagogischen Lehrkräfte reisen zusätzlich noch ein- bis zweimal im Jahr zu den Lernenden in die Schulen, zumeist nach zuvor erfolgtem Beratungsantrag der Schule über die Kommune an das Valteri-Zentrum. Die Sonderpädagogen schauen gemeinsam mit dem Team der Heimatschule, ob die Empfehlungen umgesetzt werden können oder wo es noch mehr Beratungs- und Unterstützungsbedarf gibt oder wo es zu Komplikationen kommt. Gemeinsam wird dann nach Lösungen gesucht, in der Heimatschule und auch später nochmals im Valteri-Onerva-Zentrum. Manche Beratungen erfolgen nur telefonisch. Alle Besuche werden im Förderplan des Kindes dokumentiert und je nach Aktualität wird der dokumentierte Unterstützungsbedarf beim nächsten Aufenthalt in Onerva nochmals aufgegriffen, um entsprechend weiter fördern zu können oder es werden neue Förderziele festgelegt.

Netzwerkarbeit

Die Valteri-Zentren verbindet ein großes Netzwerk untereinander und sie arbeiten mit verschiedenen Institutionen, wie Universitäten und unterschiedlichen Wissenschaftszentren nicht nur in Finnland oder mit den skandinavischen Nachbarländern besonders intensiv, sondern auch weltweit zusammen. Der regelmäßige Austausch findet über gegenseitige Besuche statt, über Fortbildungen, die sie selbst geben und an denen sie kontinuierlich teilnehmen, sowie über die Teilnahme an unterschiedlichen Projekten. Dadurch erhält das Valeri-Team immer aktuelle Informationen und ist stets bestmöglich auf den neuesten Wissens- und Erkenntnisständen in ihren Fachbereichen. Mit ihrem Wissen unterstützen und beraten sie Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrkräfte und Therapeutinnen und Therapeuten.

Unsere Woche war durch einen sehr gut durchorganisierten Stundenplan vorbereitet und strukturiert. Jeden Tag besuchten wir unterschiedliche Unterrichtsstunden einer zweiten Grundschulkasse. Die Kinder kamen aus vielen verschiedenen Städten Finnlands.  Zwischendurch wurden wir in die unterschiedlichen Beratungsräume eingeladen und bekamen Informationen in netten Gesprächen mit den jeweiligen Experten. Sie erklärten uns ihre Arbeits- und Aufgabengebiete und stellten uns ihre Arbeitsmittel, Materialien und Vorgehensweisen vor. Uns wurden manuelle und digitale Hilfsmittel, Testverfahren, Unterrichtsmedien und vieles mehr gezeigt. Wir unterhielten uns mit Kolleginnen, die in unterschiedlichen Bereichen arbeiten, so wie wir es auch an der Irisschule kennen. Jedoch hat sich in Valteri-Onerva Zentrum mehr Lehrpersonal spezialisiert.

Es gab auch noch einmal einen Vortrag über das finnische Schulsystem, wie wir es bereits in Oulu kennengelernt haben. In Gesprächen stellten wir fest, dass in Deutschland in vielen Bereichen ähnlich wie in Finnland, in anderen Bereichen unterschiedlich gearbeitet wird. Wir konnten manchen Tipp und Inspiration mitnehmen, den wir in unserem Schulalltag umsetzen werden, aber konnten auch selbst Tipps und Inspirationen zurückgeben. Der Austausch mit den Kolleginnen, ihre Offenheit über Alltagsprobleme in der Förderung, Möglichkeiten und Grenzen in den Schulen und in der staatlichen Unterstützung zu sprechen, zeigte uns auch, dass wir grundsätzlich mit den gleichen Problemen kämpfen. Wichtig ist und bleibt der individuelle intensive Einsatz des Kollegiums und der Experten-Teams um die Lernenden herum, um gemeinsam eine bestmögliche Unterstützung zu erreichen. Für das Kollegium ist es sehr wichtig sich in unserem Fachbereich weiterhin international zu vernetzen, Fortbildungen in vielen Bereichen zu geben und zu besuchen, um gemeinsam unsere Schülerinnen und Schüler, Kinder, Eltern und Kolleginnen sowie Kollegen bestmöglich in der schulischen Ausbildung unterstützen und beraten zu können.

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Erasmus Kursprogramm in Bath, England

Ein interessanter Aufenthalt in einer historischen Stadt

Vom 22.09. bis zum 29.09.18 nahmen Uta de Byl und Thorsten Fischer für die Irisschule an einem Kursprogramm über die Inklusion in England teil.

Am Samstag flogen wir von Amsterdam nach Bristol. Von Bristol ging es dann per Bus noch eine Stunde bis Bath. Bath liegt im Westen Englands in der Grafschaft Somerset am Fluss Avon, etwa 20 km von der größeren Stadt Bristol entfernt. Schon als der Linienbus durch Bath fuhr bekamen wir einen ersten Eindruck von einer Stadt, deren Häuser fast alle aus einem Werkstein, dem Bath Stone, bestehen.

Bath ist berühmt für seine römischen Bäder, die ab dem Jahr 43 n. Chr. von den damals hier lebenden Römern aus warmen Quellen entwickelt wurden. Diese einzigen heißen Quellen in England waren der Überlieferung nach schon in vorrömischer Zeit bekannt. Seit der Zeit Elisabeth I. entwickelte sich Bath immer mehr zum Kurort der wohlhabenden Bevölkerung. Daher gibt es noch viele historische Gebäude, insbesondere aus der georgianischen Epoche, in der Stadt.

Pulteney Brücke in Bath

Am Sonntag verschafften wir uns auf einer Stadtrundfahrt einen ersten Eindruck von dem beeindruckenden Stadtbild. Zum Beispiel der beeindruckenden Pulteney Brücke, die an die Ponte Vecchio in Florenz erinnert. Am Abend machten wir uns dann mit der englischen Pubkultur vertraut.

Royal Crescent

Am Montag lernten wir den Kursleiter und die weiteren Kursteilnehmer kennen. Der Kursleiter Andrew Camp stellte uns das englische Schulsystem vor und gab einen kurzen Ausblick auf die zwei Schulen, an denen wir am Dienstag und Donnerstag hospitieren würden.

Am Nachmittag unternahmen wir mit ihm noch einen Stadtrundgang zu den bekanntesten Gebäuden der Stadt. U.a. den Royal Crescent, einer halbkreisförmig angeordneten Wohnanlage, bestehend aus 30 Reihenhäusern.

strukturierter Schüler-Arbeitsplatz in der Förderschule „Fosse Way School“

Dienstag besuchten wir die Förderschule „Fosse Way School“. Sie ist vor allem auf Schüler mit autistischen Zügen und Lernschwierigkeiten ausgerichtet und hat sich einen ausgezeichneten Ruf in diesem Segment geschaffen.

Leitprinzip ist ein strukturiertes Lernen, ausgerichtet an dem was das Kind braucht, so dass es so unabhängig wie möglich arbeiten kann. Die Schule ist räumlich und medial vorbildlich ausgestattet.

Am Donnerstag hospitierten wir in der Hayesfield Academy, einer Sekundarschule nur für Mädchen. An dieser Schule können die SchülerInnen den höchsten Schulabschluss machen und es werden auch Schülerinnen inklusiv unterrichtet, die verschiedene Förderbedarfe haben.

Am Freitag wurde ein Resümee der Hospitationen gezogen und nach einer sowohl fachlich als auch kulturell interessanten Studienreise der Heimweg angetreten.

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Erasmusbesuch in Oulu, Finnland

Unser Aufenthalt für das Erasmus-Kursprogramm in Oulu

Vom 25.11. bis zum 02.12.17 nahmen Christina Woelke und Ulrike Westerbarkey für die Irisschule an einem Kursprogramm über das finnische Schulsystem in Oulu, Finnland teil.

Ankunft in Oulu

Neben einem umfangreichen täglichen offiziellen Bildungsprogramm, gab es zusätzlich ein sehr abwechslungsreiches Rahmenprogramm von der Organisation. Darüber hinaus konnte die Reise privat etwas ausgedehnt werden, um Land und Leute noch besser kennenlernen zu können.

Am Samstag kamen wir abends in Oulu, der nördlichsten Großstadt der europäischen Union, an.

Oulu liegt 600 km nördlich von Helsinki und direkt an der Ostseeküste, sodass unsere Hoffnung auf Schnee sich erfüllte und auch die Ostsee teilweise zugefroren war. Die Sonne, die zu dieser Jahreszeit ohnehin kaum aufgeht, bekamen wir deshalb auch an allen Tagen nicht zu sehen, jedoch war der hellgraue Himmel in den wenigen Tagesstunden auch lichtbringend. Es wurde gegen 9.30 h richtig hellgrau und um 14.30 h begann die lange Dämmerungsphase bis ca. 16.15 h. Dank Schnee und wunderschöner Weihnachtsbeleuchtung waren die Nächte jedoch auch nicht wirklich dunkel. Leider konnten wir die heiß ersehnten grünen Nordlichter nicht erblicken, dafür waren die nächtlichen Stimmungsbilder mindestens genauso ergreifend und entschädigend.

Täglich hörten wir Vorträge über das finnische Schulsystem, seine Geschichte, seine Weiterentwicklung bis zum heutigen Stand und über die Umsetzung des aktuellen Curriculums. Parallel dazu besuchten wir immer 1-2 unterschiedliche Schulen von der Vor- über die Primar- und Sekundarschule sowie Schulen für Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf. Vor Ort erhielten wir jeweils wieder eine Einführung über den Unterricht und die Begleitung der Lernenden in der jeweiligen Schule. Anschließend gab es Rundgänge durch die Schulen. Von vielen waren wir sehr beeindruckt und begeistert. Finnland ist ein nicht besonders reiches Land, aber es investiert sehr viel Geld in die Bildung seiner Kinder, da sie die Zukunft des Landes sind. In dem finnischen Schulsystem wird nicht nur Wert auf die allgemeine Bildung gelegt, sondern es werden besonders die Fähigkeiten der einzelnen Schülerinnen und Schüler wie in Sprachen oder Naturwissenschaften gefördert. Die neuen Schulen sollen nicht nur Bildung vermitteln, sondern das gemeinschaftliche Leben der Familien fördern. Deshalb sind die Schulen auch Begegnungszentren, in denen sich Vereine treffen können und auch sonstige Versammlungen stattfinden. Die Schulen werden in ein „Niemandsland“ in der Nähe der Städte gebaut und mit der Zeit bilden sich durch den Zuzug von Familien ganze Orte. Die Infrastruktur zieht also nach.

Schülerinnen und Schüler, die wir getroffen haben, sprachen schon in der Primarschule gutes Englisch und es kam der Stolz über das eigene Bildungssystem bei Achtklässlern deutlich hervor. Die meisten gehen gerne in die Schule, aber auch in diesem Land gibt es natürlich einige wenige, die durch das Raster fallen, trotz stärkster Bemühungen.

Leckere finnische Speisen

Nach einer abendlichen Reflektionsrunde ging es nach einem kurzen Hotelaufenthalt zum Abendrahmenprogramm über. Wir wurden durch die Stadt geführt und konnten kulturelle Einrichtungen besichtigen.

Darüber hinaus besuchten wir typische finnische Restaurants mit leckeren Speisen.

Überraschungsbesuch des falschen Nikolaus in Oulu

Am letzten Abend besuchte uns sogar ein schmaler Nikolaus, der wohl während des Sommers von seiner Frau auf Diät gesetzt wurde.  Da wir jedoch nicht glaubten, dass dies der wirkliche Weihnachtsmann war, machten wir uns an unserem letzten Tag nach einer sehr herzlichen Verabschiedung von den anderen Kurteilnehmerinnen und Kursteilnehmern.

Erhalt des Teilnahmezertifikats

Nach dem Erhalt des Teilnahmezertifikats, auf den Weg nach Rovaniemi, um noch den echten Weihnachtsmann aufzusuchen. Dort oben am Polarkreis erwartete uns noch mehr Schnee, sodass Rudolph auch wirklich bald ordentlich den Schlitten ziehen kann, so wie es sich gehört .

Tief von der Schönheit der finnischen Landschaft und von der Freundlichkeit der dort lebenden Menschen beeindruckt, sowie mit neuen Ideen für unseren Unterricht und unser Schulsystem, flogen wir dann am Samstag, den 02.12.17 am späten Nachmittag mit Verzögerung nach Düsseldorf zurück.

Weitere Bilder über unseren Aufenthalt können in der Bildergalerie angeschaut werden.


Antrag genehmigt

Mit ERASMUS zu Fortbildungen ins europäische Ausland – Pädagogischer Austauschdienst genehmigt Antrag der Schule

Neben dem Wandel der Irisschule als Institution, hat sich vor allem der persönliche Berufsalltag der Kolleginnen und Kollegen in den letzten Jahren verändert. Dies brachte neue Herausforderungen für alle Lehrkräfte in den Bereichen Frühförderung, Gemeinsames Lernen und Unterricht am Schulstandort in Münster mit sich. Um die Entwicklung auch weiterhin aktiv mitgestalten zu können, ist eine ständige Auseinandersetzung mit inhaltlichen Überlegungen und neuen Organisationsformen nötig, aber auch der spezifische Blick auf eine veränderte Berufsrolle verbunden mit einer gelingenden Gesundheitsvorsorge. In den Focus kommen dabei vor allem Einrichtungen und Institutionen in Ländern, die im Bereich der Inklusion und der Sehgeschädigtenpädagogik als wegweisend gelten und über eine größere Erfahrung verfügen. Das ist der vielzitierte Blick über den Tellerrand hinaus.

Eine gute Chance diese Einrichtungen kennenzulernen, bietet das Fortbildungsprogramm „ERASMUS+ Schule in Europa gestalten“ der Kultusministerkonferenz von Deutschland. Dazu hat das Kollegium am Anfang des Jahres einen umfangreichen Antrag gestellt und den Fortbildungsbedarf sowie die Ziele für ein entsprechendes Austauschprojekt formuliert:

  • Auseinandersetzung mit der veränderten Berufsrolle von Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen
  • Kennenlernen von Best-Practice-Beispielen, institutionellen Rahmenbedingungen und Peer-Group-Angeboten in inklusionserfahrenen Ländern
  • Sammlung von Einblicken in organisatorische und institutionelle Modelle von inklusiv arbeitenden Schulen sowie
  • der Austausch über neue Lehr- und Lernmethoden für sehgeschädigte Kinder insbesondere über das sogenannte Spezifische Curriculum.

Dieser Antrag wurde nun durch den Pädagogischen Austauschdienst der Kultusministerkonferenz genehmigt. In der Begründung heißt es dazu u.a.: „Der Antrag zeigt eine sorgfältige Analyse des Fortbildungsbedarfs, die durch die spezielle Anforderung an eine Förderschule entsteht, die nicht nur sehbehinderte und blinde Kinder unterrichtet, sondern auch Regelschulen in der inklusiven Beschulung begleitet und in landes- und bundesweiten Arbeitskreisen curriculare und methodische Pionierarbeit leistet. … Überzeugend wirkt die Berücksichtigung der Lehrergesundheit, wenn es um eine Erhöhung der Professionalität der Lehrkräfte geht. … Die Wirksamkeit des Projekts ist als hoch einzustufen.“

Damit ist es dem Kollegium der Irisschule gelungen, in den beteiligten Projektländern Finnland, Schweden, Dänemark, Großbritannien, Niederlande und Österreich den fachlichen Austausch mit den dortigen Lehrkräften zu suchen, neue zukunftsweisende Ideen für die Schulentwicklung zu bekommen und auch die Erweiterung von persönlichen Berufserfahrungen zu berücksichtigen. Ein Nutzen wird auch darin liegen, dass wir durch unsere vorbildliche Arbeit in einem umfangreichen Netzwerk, diese Ideen auch an dieser Stelle einbringen und gemeinsam weiterentwickeln können.

Die Projektphase beginnt am 01. September 2017 und endet im Februar 2019. In dieser Zeit werden wir regelmäßig über die Planungen der nächsten Schritte und selbstverständlich auch über die ersten Ergebnisse unserer Maßnahmen berichten.

Alles in allem aber schon jetzt ein großer Erfolg für die Schule!

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